„Damit es Frieden in der Welt gibt,
müssen die Völker in Frieden leben.

Damit es Frieden zwischen den Völkern gibt,
dürfen sich die Städte nicht gegeneinander erheben.

Damit es Frieden in den Städten gibt,
müssen sich die Nachbarn verstehen.

Damit es Frieden zwischen Nachbarn gibt,
muss im eigenen Haus Frieden herrschen.

Damit im Haus Frieden herrscht,
muss man ihn im eigenen Herzen finden.“

Laotse

הנני,הנני

Mein Name ist Mirjam, und ich bin in einer sehr frei-christlichen Familie aufgewachsen. Mein Vater nahm vor über vierzig Jahren zum ersten Mal eine Bibel in die Hand und begann, sie intensiv zu lesen.

Schon früh stellte er einen Widerspruch fest, den ich als Kind noch nicht einordnen konnte: „Die Bibel und die katholische Kirche passen nicht zusammen.“

Heute verstehe ich diese Aussage. In den biblischen Texten finden sich weder die Lehre von der Dreifaltigkeit noch Hinweise auf ein Geburtsdatum Jesu am 24. Dezember. Auch das Bild eines jährlich „neu geborenen“ Kindes entspricht nicht dem biblischen Zeugnis.

Nach zahlreichen Höhen und Tiefen in meinem Leben stellte ich mir Mitte zwanzig selbst die entscheidenden Fragen: Gibt es einen G-tt? Und wenn ja, wo kann ich ihn finden , und wie ist sein Name? So begann ich, selbst in der Bibel zu lesen.

Nach über fünfzehn Jahren der Suche gelangte ich schließlich dorthin, wo unsere Wurzeln im Glauben liegen: zu unseren Wurzeln bei den Juden.

Heute bin ich überzeugt, dass es keinen G-tt gibt, der Jehova oder Jahwe heißt. G-tt offenbart sich in den vier hebräischen Buchstaben JHWH, nicht als Name, sondern wer er ist.

Mit der vertieften Auseinandersetzung mit den jüdischen Wurzeln des Glaubens wurde mir zugleich bewusst, wie stark antisemitische Denkmuster das christliche Verständnis geprägt haben. Warum durfte Jeschua (Jesus) spätestens nach dem Zweiten Weltkrieg, nicht mehr als Jude wahrgenommen werden? Als der Jude, der die Tora erfüllte? Diese Entfremdung wirkt bis heute fort.

Mein Weg war nicht immer einfach.

Doch gerade durch das Fragen, Zweifeln und Suchen habe ich G-tt auf eine Weise erfahren, die tiefer, klarer und tragfähiger ist, als ich es mir zuvor vorstellen konnte. Aus diesem Weg heraus ist mein Buch „Hashem“ (Der Name) entstanden.

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